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Fachgebiet: Kapitalanlagerecht

Wölbern Fonds Frankreich 04

Das Landgericht Hamburg hat mit Urteil vom 10.12.2015 beim Wölbern Fonds Frankreich 04 gravierende Prospektfehler entdeckt und die einen Anleger beratende Bank deshalb zum Schadensersatz verurteilt.

Die unbegrenzte und im Voraus unbegrenzbare, wenn auch subsidiäre Anlegerhaftung aus gesetzlichen Vorschriften sei im Prospekt unzureichend dargestellt.
In Bezug auf die Mieterträge berücksichtige die Prospektdarstellung eine Besonderheit des französischen gewerblichen Mietrechts nicht. Dieses sieht ein gesetzliches Mietrevisionsrecht vor, mit dem die Anpassung an die ortsübliche Miete verlangt werden kann, wenn eine vereinbarte Mietindexierung zu einem Anstieg (oder einem Absinken) der Miete gegenüber dem Vertragsbeginn um mehr als 25 % geführt hat. Damit täuscht der Prospekt den Anleger über die Ertragskraft der Fondsimmobilie.
Schließlich stellt das Landgericht Hamburg fest, daß nicht nur der Zins-Swap-Vertrag entgegen den Prospektangaben nicht mit einer Non-recourse-Klausel (diese soll dafür sorgen, daß nicht die Anleger, sondern nur der Fonds selbst für seine vertraglichen Verpflichtungen haftet) versehen ist, sondern auch der Mietvertrag bezüglich der Fondsimmobilie sowie ein Rahmenvertrag für Finanztermingeschäfte vom 30.06.2006.

In einem für Mandanten geführten (noch nicht entschiedenen) gerichtlichen Verfahren haben wir allerdings zumindest noch einen weiteren, gravierenden Prospektfehler entdeckt. Deshalb sollten für Anleger, die sich an dem genannten Fonds beteiligt haben und dazu von Beratern einer Bank gebracht wurden, gute Chancen bestehen, für das inzwischen wertlose Investment entschädigt zu werden. Allerdings laufen Verjährungsfristen, die zeitnah geprüft werden sollten. 

 

Quelle: . vom: 19.02.2016

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