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Fachgebiet: Baurecht

Architektenhaftung wegen Überschreitung einer Baukostenobergrenze

Grundsätzlich haftet der Architekt, wenn eine mit dem Bauherrn vereinbarte Baukostenobergrenze überschritten wird. Allerdings besteht der Schaden des Bauherren nur in den recht selten vorkommenden Fällen einer Bausummengarantie leicht berechenbar in dem Mehraufwand. Meistens ist die Schadensberechnung schwieriger. Der Bauherr erleidet nämlich insoweit keinen Schaden, als der zu seinen Lasten gehende Mehraufwand (ggf. einschließlich Zinsen und Kosten für die Mehrfinanzierung) zu einer Wertsteigerung des Objekts geführt hat. Um diesen Schaden festzustellen, ist die Vermögenslage des Bauherrn mit und ohne die Pflichtverletzung des Architekten zu vergleichen. Das erfordert in aller Regel detaillierte Darlegungen.

Außerdem muß der Schaden des Bauherrn ursächlich auf dem Fehler des Architekten beruhen. Dazu hat der Bauherr darzulegen und zu beweisen, daß er z. B. bei rechtzeitigem Hinweis des Architekten auf die sich abzeichnende Überschreitung einzelne Gewerke kostengünstiger oder gar nicht durchgeführt hätte bzw. daß im Extremfall sogar das gesamte Bauprojekt abgebrochen worden wäre (BGH, Urteil vom 21.05.2015, VII ZR 190/14). Wenn der Bauherr allerdings trotz Kenntnis der Kostenerhöhung weitergebaut hätte, steht ihm Schadensersatz nur zu, falls das auf wirtschaftlichen Zwängen beruht, von einer freien Entscheidung also nicht gesprochen werden kann. Schließlich ist der Schadensersatzanspruch wegen eines Mitverschulden des Bauherrn gemindert,  wenn dieser beim Bauvorhaben z. B. nicht abspeckt oder sogar aufwendige Zusatzleistungen in Auftrag gibt, obwohl er die Bausummenüberschreitung erkennt.

Quelle: Rainer & Diekötter vom: 06.10.2015

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